Michael Lühmann / David Bebnowski

 

Die langen Schatten des Börsen-Booms

 

Wie der Westerwelle-Liberalismus seine Grundlage verlor

 

 

 

An einem Tag im März 2001, zwei Monate bevor Westerwelle FDP-Vorsitzender wurde, erreicht der Börsenindex Nemax 50 seinen historischen Höchststand. Bald entfaltete sich der hyperventilierende Liberalismus des Guido Westerwelle. Auch die Dotcom-Krise hielt die Ablösung der postmateriellen Generation durch die »Börsen-Boomer« und den Aufstieg der FDP nicht auf. Warum aber kam nun der Absturz – und folgt ein Wechsel von Gelb zu Grün? Unsere Autoren gehen von einem doppelt durchgreifenden Mentalitätswandel innerhalb von zehn Jahren aus.

 

Die Börse als Ersatzreligion

Im März 2001 wollte noch niemand ahnen, dass die weltweiten Börsen wieder am Abgrund standen, dass das Zerplatzen der dotcom-Blase kurz bevorstand. In den folgenden 31 Monaten stürzte sich der Neue Markt mit zerstörerischer Wucht in den Abgrund. 96 Prozent seines Wertes verlor der Index, vernichtete weit über 200 Milliarden Euro.

Woher kam dieser Hype ums schnelle Geld, der eine Partei, einen Vorsitzenden und eine ganze Generation an Wählern – für die wir in Anlehnung an die Baby-Boomer das Label Börsen-Boomer nutzen – so nachhaltig beeindruckte? Die Ursachen reichen weit zurück, in die Siebzigerjahre, in die Zeiten der Ölkrisen, als die »trentes glorieuses« (Hobsbawm) zu ihrem Ende kamen. Nach den Jahrzehnten von Plan- und Machbarkeit kündeten Krisen wie Krisenmetaphorik erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ganz offensichtlich vom Ende des Wachstums.(1)

Deutlichen Ausdruck fand diese Entwicklung auch in der Neuorientierung der FDP, weg von der SPD hin zur CDU. Sie war durch eine tiefe Sehnsucht nach konservativen Modellen gekennzeichnet, verkörperte hierbei auch einen wirtschaftsliberalen rollback. Eine Korrektur dieses Kurses auf Regierungsebene fiel durch die Revolutionen von 1989 aus. Bekanntlich hatte der Zeitgeist der späten Achtzigerjahre keine Chance gegen die Wucht der nationalen Frage, verlor Lafontaines ambitioniertes Berliner Programm gegen Kohls Zehn-Punkte-Plan zur deutschen Einheit. Und so war der Weg frei für die, seitens der Wirtschaftsliberalen vehement geforderte, Entfesselung der Märkte. Sie realisierte sich besonders eindrücklich am 10. März 1997 im NEMAX, dem Neue-Markt-Index, an der Frankfurter Börse.

In ihm bündelten sich gleichsam der Zukunftsoptimismus der Börsianer mit dem der Bio-Tech- und Internet-Industrie. Intershop, T-Online und GPC Biotech figurierten als Heilsversprechen. Der n-tv-Börsen-Anchorman Friedhelm Busch und nicht zuletzt Guido Westerwelle wurden zu Priestern eines religiös anmutenden Börsenwahns, der rund drei Jahre anhalten sollte und eine Vielzahl Jünger – die Börsen-Boomer – um sich scharte. Die Euphorie traf auf bereiteten Boden, denn bereits Mitte der Neunzigerjahre lernte die heranwachsende Generation, dass die Verlässlichkeit des rheinischen Kapitalismus einer Bonner Republik verloren gegangen war. Hohe Arbeitslosigkeit, Globalisierungsdruck und ein überlastet wirkender Sozialstaat kündeten das Ende der Zukunftssicherheit. Nicht mehr Wohlstandskritik, sondern Leistungsdruck und Eigenoptimierung wurden zum Ausdruck dynamischer Individualisierungsmuster, die im sprichwörtlichen unternehmerischen Selbst kulminierten.(2)

Dabei hatte es durchaus einen Reiz, die überkomplexe globale Moderne durch das Heilsversprechen ewig steigender Börsenkurse zu ersetzen. Von nun an stifteten die Graphen Sinn, boten Orientierung und Halt, entwickelten ein theoretisches Eigenleben, das sich immer stärker in die Gesellschaft übertrug. »Das soziale Feld (wurde) eingebettet in die Dynamik des Finanzkapitals(3)

 

Semantische Brüche

Begleitet wurde dieser sich verstärkende Wandel auch semantisch. Vom »Umbau des Sozialstaates« wurde schon 1996 gesprochen, auch von »Outsourcing« und »Flexibilisierung«, allesamt Anwärter für das »Unwort des Jahres« 1996. Die »Rentnerschwemme« gewann in diesem Jahr nur knapp, um 1997 vom »Wohlstandsmüll« abgelöst zu werden. Interessanterweise lauteten die positiven Gegenparts als Wörter des Jahres jedoch hier schon »Sparpaket« und »Reformstau«, seit Mitte der 1990er-Jahre wurde die Formel vom »Fördern und Fordern« zusehends populärer.(4) »Sozialer« sollten die Semantiken auch in den folgenden Jahren nicht werden. Ganz im Gegenteil, setzte sich doch die SPD mit dem Schröder-Blair-Papier schnell an die Spitze dieser Bewegung, indem die Agenda 2010 mitsamt der Erzählung vom vorsorgenden Sozialstaat etabliert wurde.

So verloren sich auch die nachwachsenden Kohorten immer weniger in den Utopien eines besseren Morgen, schließlich wurde ein Teil der Zukunft durch Erwerb vielversprechender Optionsscheine schon im Jetzt konkret gestaltbar.

Dementsprechend fungierten anstelle der Kritiker gesellschaftlicher Missstände nun die Insider des Börsenmarkts als Helden. Der greisenhafte Börsen-Guru André Kostolany oder der so erfolgreiche wie später gescheiterte Jungunternehmer Lars Windthorst wurden zu Vorbildern, Börsen-Weisheiten dominierten die Bestsellerlisten. Jeder konnte das schnelle Geld machen, der Boom des Neuen Marktes schuf Jungmillionäre und Aufsteiger, die man heute nur noch aus der russischen Oligarchie zu kennen glaubt. Plötzlich galt als rückständig, wer nicht auch in den Markt investierte, neu am Markt platzierte Aktien nicht zu bewerten wusste und nicht sicher war im Börsenlatein. Plötzlich galt 3sat vor allem wegen der 3satBörse als Vorreiter der Moderne, wurden Börsenplanspiele in den gymnasialen Oberstufen eingeführt und schaltete die ARD Börsennachrichten vor die Tagesschau.

All dies sind weiche Indikatoren für einen erstaunlichen Diskurswechsel innerhalb der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Im Verlauf der Neunzigerjahre stellte sich bei den nachwachsenden Alterskohorten eine radikale Wende weg von einem Zukunftspessimismus hin zu einem Fortschrittsoptimismus ein. Die Jüngeren schienen den neoliberalen Leistungsimpetus stärker aufgesogen zu haben, als den latenten Pessimismus der zwischen Ölkrise, den »Grenzen des Wachstums« und Tschernobyl sozialisierten friedens- und ökologiebewegten Eltern. Kurzum: Die postmaterialistische Werterevolution schien ihren Nachwuchs in den Neunzigerjahren verloren zu haben.(5)

 

Die postmaterielle Revolution verliert ihren Nachwuchs

Im Resultat erlahmte das Aufbegehren gegen die Elterngeneration und nahm dem Wertewandel den Wind aus den Segeln. Bereits 2001 diagnostizierten Meinungsforscher jene Zeitenwende.(6) »Der Wertewandel ist erst dann zu Ende, wenn sich die Jüngeren in ihren Ansichten nicht mehr wesentlich von den Älteren unterscheiden. Binnen eines Jahres, von 1997 auf 1998, stürzte nun der Anteil der unter 30-Jährigen, die sagten, in keinem der Bereiche Moralvorstellungen, Einstellung zu anderen Menschen, Einstellung zur Religion, zur Sexualität, Einstellungen in der Politik stimmten sie mit ihren Eltern überein, von 31 auf 18 Prozent.«(7)

Zu ähnlichen Beobachtungen kommen auch Viktoria Kaina und Franziska Deutsch in Auswertung der ALLBUS-Daten von 1980 bis 2002.(8) Auch hier sinkt der Anteil postmaterialistischer Einstellungen in den nachwachsenden Altersgruppen deutlich ab. Während zwischen 1984 und 1990 der Anteil der Postmaterialisten bei den 18- bis 23-Jährigen zwischen 39,1 und 46,9 Prozent schwankt, fällt er in den Neunzigerjahren langsam ab und stürzt 1998 auf einen Anteil von 21,2 Prozent, um dann bis 2002 wieder langsam anzusteigen. Neben dem (konservativen) Wandel der Werteinstellungen konstatierte man vor allem das für den Wertewandel abträgliche Zusammenbrechen des Generationenkonflikts.

Der Wunsch nach schnellem Geld in der jungen Generation löste die Grundsatzfragen der Eltern ab. Vertreten wurde diese Einstellung eben durch Guido Westerwelle, der den Jüngeren ihren Aufstiegswillen nicht neidete, sondern diese Attitüde apologetisch zwischen Guidomobil und TV-Containern vorlebte. Bis Ende 2009 hatte die FDP in jener Generation von Börsen-Boomern, den heute zwischen Dreißig- und Vierzigjährigen, die höchsten Zustimmungswerte.(9)

Sie bilden eine Generation, die den Leistungs- und Eigenverantwortungsimpetus mehr in sich aufgesogen hat als vorherige Generationen des Wohlfahrtsstaates.(10) Das Versprechen ewig währender Prosperität und der Planbarkeit des sozialen Aufschwungs, der Marsch durch die Institutionen gehörte, anders als bei den 68ern, nicht mehr zum sozialisatorischen Inventar dieser Jahrgänge. Ganz im Gegenteil propagierten die Exegeten des Freiliberalen den Rückzug aus der Politik, sahen ihre Aufstiegschancen in der Wirtschaft, die ihnen zum bestmöglichen Zeitpunkt, dem Beginn ihres Erwerbslebens, ein fast unmoralisch schönes Gelegenheitsfenster eröffnete.

Fortan waren sie die Herolde der Neuformierung des Sozialen, die Avantgarde der Eigenverantwortung. Selbst noch Nutznießer des Sozialstaates in der heilen Bonner Republik, fiel bei ihnen die Aussicht auf ein eigenverantwortliches, selbst auszugestaltendes Leben auf fruchtbaren Boden. In dieser Kohorte findet sich die stürmische Bejahung einer neuen Lebensführung, die Bejahung des aktiven, mobilen und flexiblen Lebens im neuen Geist des Kapitalismus.(11) Die Neuausrichtung des Sozialen wurde befördert, hieraus erwachsenden Zukunftsängsten begegneten die Börsen-Boomer dabei mit ausgefahrenen Ellenbogen und darwinistischem Optimismus. Die Massenarbeitslosigkeit, das Ende der sicheren Rente, die aufkommenden prekären Arbeitsverhältnisse, der Beginn der Generation Praktikum gehörten zu den alltäglich erfahrbaren lebensweltlichen Einschlägen dieser Generation von FDP-Wählern. Und doch scheinen sie zumindest während des Heydays Ende der 1990er-Jahre für diese Generation in weiter Ferne gelegen zu haben.

Denn zunächst bestand neben alledem eben auch die Börse als Abkürzung auf dem Weg zum Reichtum. Die Börsen-Boomer reagierten demnach folgerichtig nicht mit Verweigerung, Kritik, gar Aufbegehren (sieht man von der deutlich kleineren Gruppe der Globalisierungskritiker ab), sondern mit der Anpassung und Bejahung an die Verhältnisse. Die materielle Entsprechung ihrer Glaubenssätze konnte man im Fitnessstudio ebenso bewundern wie im Versuch des Ausbaus der plötzlich vielgerühmten soft-skills. Diese Generation verbrachte viel Zeit im Ausland und mit Praktika, optimierte sich nicht nur aus Selbstzweck, sondern um den Vorsprung vor der fühlbaren Konkurrenz der vielen Gleichaltrigen zu erhöhen. Dabei ließ sie diejenigen am Wegesrand liegen, die nicht ihren Leistungsimpetus besaßen und den hohen Erwartungen einer hochmobilen, globalisierten Welt nicht entsprachen. Politischen Einfluss aber machten sie, wenn überhaupt, bei Wahlen geltend. Nahezu stoisch glaubten viele Vertreter dieser Generation weiter an ungebremstes Wachstum und persönlichen Profit durch Leistung.

Profitiert hat hiervon über ein Jahrzehnt auch die FDP. Noch im März 2009 lag die FDP bei der Sonntagsfrage bei den 25- bis 35-Jährigen auf dem ersten Platz.(12) Auch die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 hat an diesem Festhalten am Westerwelle’schen Marktfreiheits-Credo nichts geändert, sondern im Gegenteil die Zustimmung zur FDP in dieser Altersgruppe auf historische Höhen getrieben. Wie auch die dem praktischen Beweis entzogene finanzwirtschaftliche Theorie schienen auch sie zu denken, »was nicht funktioniert, beweist nichts gegen die Funktionsweise des Systems«.(13) Diese Generation konnte und wollte nicht vom Versprechen des schnellen Geldes lassen.

 

Von Gelb nach Grün?

Indes: Die Wahlen in Baden-Württemberg 2011 lassen sich möglicherweise als Endpunkt dieser Entwicklungen lesen. Erstmals gewannen die Grünen überproportional in jener so grünfeindlichen, FDP-nahen Kohorte hinzu, während etwa die Sozialdemokratie in dieser Altersgruppe unterdurchschnittlich gewählt wurde.(14) Symbolisch ist zudem, dass diese Wahlen mit Westerwelle den dröhnenden Helden dieser Kohorte einfach wegspülten. Die Krise der FDP scheint existenziell. Aber als Nachfolger der strauchelnden Partei stehen nun die Bündnisgrünen bereit. Sie profitieren anscheinend selbst von der Verzweiflung der Börsen-Boomer. Die Wahlergebnisse zeigen erstmals beachtliche Wählerwanderungen von der FDP zu den Grünen. Ein Vorgang, der bis vor Kurzem nahezu unmöglich erschien.(15)

Hinzu kommt, dass an den deutschen Börsen in den letzten beiden Jahren ein starker Rückgang von Privatanlegern zu verzeichnen war.(16) Der Glaube an den Markt scheint in Zeiten staatlich verordneter Bankenrettungen, der Verstaatlichung von Stromversorgern seitens der CDU und der ständigen Bedrohung des Euro, allmählich die Erkenntnis reifen zu lassen, dass der Börsen-Boom tatsächlich mehr Hype denn verlässliche Verheißung gewesen ist. Und so scheinen auch bei den Börsen-Boomern die Krisenerfahrungen letztlich einen Einstellungswandel vollzogen zu haben. Es scheint, als wenn nach Jahren des Bergauf-Rennens endlich Ruhe herrschen soll. Jedenfalls lässt sich an den neuen grünen Wählern in Baden-Württemberg ein erstaunlicher Abfall vom Leistungsdenken, von der Wachstumseuphorie und eine Verschiebung des Aspekts der Generationengerechtigkeit weg von der sozialen Frage, hin zu einer ökologisch-nachhaltigen Frage nachweisen.(17)

Genau diese Mentalität korrespondiert aufs Engste mit einem untergründigen, bisweilen lebensstilistisch oberflächlichen Mentalitätswandel in der Gesellschaft.(18) Der grüne Zuspruch speist sich nicht zuletzt aus diesen Quellen, bietet einen Hort der Ruhe, des Stillstands im Schnellen. Den Grünen gelingt derzeit das Kunststück, programmatische Fragen durch konservativ-beruhigende Inszenierung zu umschiffen. Dies ist durchaus ansprechend für die teilweise ausgelaugten Börsen-Boomer. Sie entwickeln neue Ansprüche, bleiben dabei jedoch die Individualisten von ehedem, handeln durch den Konsum vermeintlich nachhaltig und wählen eine zurückhaltend auftretende Partei, der mittlerweile auch genügend wirtschaftliche Kompetenz bescheinigt wird. Die Grünen entsprechen durch ihre außerhalb des Umweltschutzes so wenig regulierende Programmatik ziemlich genau der seit ehedem bestehenden Politikferne der Börsen-Boomer. Ihre sanfter gewordenen Bedürfnisse finden im grünen Image eine symbolische Entsprechung, ohne ein tief greifendes programmatisches Bekenntnis zu verlangen.

Die Grünen könnten demnach, nach dem Ende der Zuversicht in den Siebzigerjahren, erneut Profiteure eines überholt scheinenden wirtschaftlichen Denkens sein. Paradoxerweise weil sie weit zurückhaltender agieren als die Konkurrenz, durch eben diese Enthaltung aber eine symbolische Antwort anbieten. Nicht die Anpassung der Grünen an die aktuelle Politik, sondern die Verortung der Grünen als glaubwürdige Vertreter eines entschleunigten Lebens, jenseits von Wirtschafts-, Finanz- und Ökokrise, entfalten hier ihren Reiz für jene, die dem konservativen Re-Grounding entwachsen, dem liberalen Projekt entfremdet sind.(19) Eine Welt, die weniger Ansprüche stellt, scheint inzwischen um so vieles entspannter. Dieser Impuls wurde immer wieder verstärkt durch die Erfahrung der wirtschaftlichen Doppelkrise. In der der Ökologie und nochmals potenziert durch Fukushima. Auch in diesen Bedrohungsszenarien mag eine der Ursachen für den Aufschwung der Grünen liegen.

Aber letztlich könnte, sollten die Krisen wieder abebben und die Märkte sich wieder überhitzen, die Erinnerung an die goldenen Neunziger doch wieder aufleben. Und dann besäße die FDP in Christian Lindner einen geläuterten Gewinner-Typen des Booms, einen, der privatwirtschaftlich alles verlor als Kind des Börsen-Booms in vorderster Front – zudem mit Rösler als Parteivorsitzendem und Bahr als Minister Vertreter derselben Generation. Das mögliche Projekt vom mitfühlenden Liberalismus steht in den Startlöchern. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, welchen Weg die Partei des Börsen-Booms zukünftig einschlagen wird.

 

1

Vgl. Gabriele Metzler: »›Geborgenheit im gesicherten Fortschritt‹. Das Jahrzehnt von Planbarkeit und Machbarkeit«, in: Matthias Frese u. a. (Hrsg.): Demokratisierung und gesellschaftlicher Aufbruch. Die sechziger Jahre als Wendezeit der Bundesrepublik, Paderborn 2003, S. 777–797.

2

Vgl. Ulrich Bröckling: Das unternehmerische Selbst, Frankfurt am Main 2007.

3

Joseph Vogl: Das Gespenst des Kapitals, Zürich 2010, S. 112.

4

Stephan Lessenich: Die Neuerfindung des Sozialen. Der Sozialstaat im flexiblen Kapitalismus, Bielefeld 2008, S. 85 ff.

5

Vgl. hierzu anschaulich: Florian Illies: Generation Golf. Eine Inspektion, Frankfurt am Main 2000.

6

Elisabeth Noelle-Neumann, Thomas Petersen: »Zeitenwende. Der Wertewandel 30 Jahre später«, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 29/01, S. 15–22.

7

Ebd., S. 20.

8

Viktoria Kaina, Franziska Deutsch: »Verliert die ›Stille Revolution‹ ihren Nachwuchs? Wertorientierungen in Deutschland im Kohorten- und Zeitvergleich«, in: Edeltraud Roller (Hrsg.): »Jugend und Politik: ›Voll normal!‹ Der Beitrag der politischen Soziologie zur Jugendforschung«, Wiesbaden 2006, S. 166.

9

Vgl.: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/ (Stand März 2009).

10

Vgl. etwa das Interview mit Roland Roth, der von einer in der Schule erlernten »Kultur der Selbstzurechnung« spricht: »Jeder muss sich den gleichen Aufgaben stellen. Wer sie nicht meistert, ist automatisch ein Versager.«, Felix Lee und Daniel Schulz: »An Wut mangelt es nicht«, in: taz, 30.4.09.

11

Vgl. Luc Boltanski, Eve Chiapello: Der neue Geist des Kapitalismus, Wiesbaden 2003. Vgl. auch: Lessenich: Neuerfindung des Sozialen, a. a. O.

12

Vgl.: http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/ (Stand März 2009).

13

Vogl: Gespenst des Kapitals, a. a. O., S. 113.

14

Vgl. http://stat.tagesschau.de/wahlen/2011-03-27-LT-DE-BW/umfrage-alter.shtml (Stand 14.4.11).

15

Vgl. Franz Walter: Gelb oder Grün. Eine kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte, Bielefeld 2010.

16

http://www.boerse-online.de/aktie/nachrichten/deutschland/:Aktienbesitz—Privatanleger-halten-weniger-Anteile/513293.htm

17

Vgl. Michael Lühmann u. a.: »Zeitgeisteffekt oder grüner Wertewandel?«, in: http://www.boell.de/ demokratie/parteiendemokratie-studie-zeitgeist-wertewandel-12054.html (Stand 10.07.11).

18

Vgl. Michael Lühmann: »Sehnsüchtiger Blick zurück nach vorn. Die Grünen zwischen Bewegungs- und Volkspartei«, in: Vorgänge, Heft 4/10, S. 15–22.

19

Vgl. ebd., S. 131.

 

In: Kommune, Forum für Politik, Ökonomie, Kultur 5/2011