Elisabeth Meyer-Renschhausen
Im Jahr des Ehrenamts ist es sinnvoll, über die Bedeutung des unbezahlten sozialen, politischen und ökologischen Engagements für die Demokratie und für den sozialen Wandel zu gerechteren Strukturen nachzudenken. Denn trotz allem Reden über "das neue Ehrenamt" ist klar: Das Ehrenamt ist alt und konstitutiv für die moderne Gesellschaft.
Seit Anfang der Achtzigerjahre wird das Verschwinden der Arbeit konstatiert. In den Neunzigerjahren wurden die Frauen in den LPGs und viele andere Ostdeutsche buchstäblich über Nacht arbeitslos. Ersatz nicht in Sicht. Seither fordern wir die Umverteilung der bezahlten Arbeit mit wenig Erfolg.(1) Die Schere zwischen gut und höchst bezahlten und teilweise völlig überlasteten Vollzeiterwerbstätigen und Niedrigverdienenden wächst ständig. Nach der Wende wurde Berlin besonders scharf von der Krise erfasst: In manchen innerstädtischen Bezirken Westberlins wuchs in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre sogar die offizielle Erwerbslosenrate stärker als in Ostberlin. Jugendliche, Frauen und Ausländer geraten überdimensional in die Dauerarbeitslosigkeit. Tendenz steigend.
Bereits mit Beginn der Achtzigerjahre wurde in Westberlin im Bereich der großen Universitäten, vor allem der Geisteswissenschaften, massiv gekürzt, obwohl oder weil dort eine Debatte um die gesellschaftlich notwendige Neu-Definition des Arbeitsbegriffs eingesetzt hatte. Von den Kürzungs-Politikern wird vergessen, dass es vor allem die Unis waren, die auch und gerade "nach 1968" eine große Szene von "more or less" ehrenamtlichen sozial-, bürgerrechtlich oder ökologisch Aktiven hervorgebracht haben, und zwar obwohl paradoxerweise den Protagonisten, den Aktivisten, das alte Ehrenamt als bürgerliche Heuchelei galt. Heute preist Ulrich Beck "Bürgerarbeit", nämlich ehrenamtliches Engagement, für Erwerbslose.(2)
Die neuen Ehrenamtlichen, die lange vor Ulrich Becks Thesen schon da waren, verzichten auf eine Normalarbeit in 5 Mal 8-stündiger Erwerbsarbeit pro Woche vor allem deshalb, weil sie sich so die Zeit verschaffen, außerberuflich ehrenamtlich etwas zu tun, was sie für gesellschaftlich und politisch notwendig halten.(3) Diese Leute verzichten was Claus Offe schon 1994 forderte immerhin teilweise auf Erwerbsarbeit und entlasten so den Arbeitsmarkt.(4) Das können sie aber nur deshalb, weil sie wissen, was es außerhalb ihres Jobs an viel Wichtigerem zu tun gibt.
Mit ihrem Einsatz für den Erhalt wilder grüner Brachen, dem Gründen kleiner Regional-Museen, ihrem Mitmachen in Obdachlosentheatern oder dem Gründen von Stadtteilzentren zur Integration von Kiezbewohnern, ledigen Müttern, von Alten, Armen und Ausländern et cetera machten gerade diese Aktivisten und Ehrenamtlichen Berlin zur "heimlichen Hauptstadt" der Alternativbewegungen.
Trotz allem Reden über "das neue Ehrenamt" ist klar: Das Ehrenamt ist alt und konstitutiv für die moderne Gesellschaft. Die Debatte, wie die notwendigen Sozialreformen zu bewerkstelligen seien, wurde im 19. Jahrhundert in den "sozialen Bewegungen", in Vereinen und informellen Zirkeln geführt. Vorgeschlagene Reformen wurden von deren Mitgliedern im Kleinen in der Praxis ausprobiert.(5) Die parlamentarische Demokratie würde ohne die Bereitschaft eines gewissen Prozentsatzes von Bürgern zu derartigen Ehrenämtern nicht funktionieren. Vor allem die Parteien leben davon, dass die meisten ihrer Mitglieder Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich für sie arbeiten, auch wenn und obwohl das statistisch gesehen in der Bundesrepublik derzeit nur ein Prozent der Bevölkerung ist. Darüber hinaus sind jedoch weitere 24 Prozent der Erwachsenen anderswo ehrenamtlich tätig, davon 8 Prozent in Fußballvereinen und bei der Feuerwehr, aber immerhin fast 3 Prozent im Bereich der Kultur, 0,5 Prozent im Bereich von Forschung und Bildung und nach einer weiteren Zählung heute schon 7 Prozent im Bereich von Umwelt- und Naturschutz.(6)
Viele der Arbeitslosen, Rentner und Wenig-Verdienenden waren wie wir heute wissen Pioniere einer "new work"-Bewegung. Sie hatten nur eine "Halbtagsstelle", um "nebenbei" Zeit für ihr Eigentliches, ihre Kunst oder ihr ehrenamtliches Engagement etwa in einer Galerie, zu haben.
Es gibt mehrere Definitionen von "new work". Der US-amerikanische Universitäts-Philosoph Frithjof Bergmann versteht darunter eine Form von Arbeiten, in der nur ein Drittel der Zeit auf das "Jobben", ein Drittel der Zeit jedoch auf Eigenarbeit und ein Drittel auf ein Tätigkeitsfeld verwandt wird, zu dem man sich "berufen" fühlt oder "berufen" wird.(7) Immer aber bezeichnet "new work" die neuen, unständigen Beschäftigungsverhältnisse, die hohen persönlichen Einsatz, aber oft nur für kurze Zeit, erfordern und keinerlei materielle oder soziale Absicherung bringen. Frau arbeitet etwa für die Tagespresse oder für den Funk oder das Fernsehen als "Freie" und der Arbeitgeber spart sich das Einzahlen in die Sozialversicherungen. Die Protagonisten der "new-work"-Bewegung lassen sich darauf ein, weil es ihnen um inhaltliches Arbeiten und sinnvolle Tätigkeiten geht, statt um hohe Einkommen und soziale Sicherheit. Daher sind die "new worker" diejenige Gruppe, die vor allem mit ihrer Haltung am ehesten in der Lage wären, aus der derzeitigen Krise der Erwerbsgesellschaft herauszuhelfen. Sie praktizieren die "Umverteilung der bezahlten Arbeit" bereits! Bisher wurden die Ehrenamtlichen wie die Praktizierenden von "new work" vielfach übersehen, verdrängt, ignoriert.(8)
Berlin galt eben deshalb international als die anregendste unter den bundesdeutschen Universitätsstädten, weil hier die Unis ein Umfeld von engagierten "new work"-Verhältnissen und unbezahlten "volunteers" hervorgebracht hatten, das groß genug war, um sichtbar zu werden. AustauschwissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt, den USA, Italien, England, Holland, Spanien, Österreich und mittlerweile Osteuropa und Asien, bemühten und bemühen sich, im Austausch nach Berlin kommen zu können, weil sie das Gefühl hatten, hier ging es um die Inhalte und nicht um langweilige Reputation. Berlin zieht junge Studierende als Zentrum der Alternativ- und Selbsthilfebewegung an. Vor zehn Jahren war für jeden zweiten Studierenden der HfSS (Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik) klar, dass er nach dem Studium nicht in vorgefertigte Verwaltungslaufbahnen wollte, sondern eigene Projekte gründen würde. Tatsächlich entstand in Berlin, schneller als woanders, eine gewaltige Menge an frisch aus der Taufe gehobenen, neuen sozialen Initiativen. Es entstanden Mädchentreffs, Frauenhäuser, Kinderbauernhöfe und Mieterberatungs-Büros. Diese Projekte waren und sind genau das, was Jeremy Rifkin, was Gerd Mutz, Claus Offe, Ulrich Beck als "Zukunft der Arbeit" fordern: Bürgerdienste, die wesentlich durch unbezahltes Engagement ermöglicht, vom Staat aber durch Unterstützung der hier Arbeitenden mitgetragen werden.(9) In den Achtzigerjahren schufen sich die hier Arbeitenden durch das Erfinden von "Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen" auch mal Löhne das notwendige "Bürgergeld" nämlich, wenn auch noch nicht so genannt.
Eine Verbleib-Studie des OSI, der Politologen der Freien Universität, ergab, dass die meisten ehemaligen OSI-Studenten im zweiten Jahr nach Abschluss ihres Studiums nach einem Jahr Erwerbslosigkeit einen Job gefunden hatten, in dem sie allerdings deutlich weniger verdienten als andere. Aber die meisten dieser wenig Verdienenden waren besonders zufrieden mit ihren Jobs, die sie teilweise sogar selbst geschaffen hatten. Die ehemaligen FU-Studenten engagierten sich in neu gegründeten Verlagen, besetzten Häuser und gründeten darin Kultur- und Stadtteilzentren oder Frauenreisebüros. Die diplomierten Sozialwissenschaftler der FU aber auch der TU engagierten sich in NGO-Gruppen et cetera. Westberlin war ab den späten Siebzigerjahren auch das Zentrum der entstehenden Frauenforschung in der Bundesrepublik. Nach der Wende trafen sich friedensbewegte Ostgrüne und Bürgerinitiativler aus dem Westteil ziemlich schnell zu mauerübergreifender Zusammenarbeit. Die nach 1989 totgesagte "Ökobewegung" erfuhr in Ost- wie Westberlin sowie dem Berliner Umland, in der Brandenburger Provinz, eine Ausweitung und einen neuen Aufschwung, dessen Ausmaße wir vielleicht erst in ein paar Jahren richtig werden wahrnehmen können.
Die Dauerkrise, in der die Stadt Berlin als Stadt in dünn besiedelter "fernöstlicher" Provinz steckt, wurde nun erneut zur Chance. Es war die Massenerwerbslosigkeit im Osten, die quasi panikartiges Bewilligen von "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" ABM-Stellen für Ostdeutschland hervorrief. Diese ABM-Stellen wurden in nicht wenigen Fällen Westberliner Initiativen (Jugendzentren, Mädchentreffs, Drogennotdienste u. a.) entzogen und nach Ostberlin "verschoben". Aber diese vielen AMB-Stellen schufen Möglichkeit für Ostberliner grüne Initiativen, wie etwa die regionsbezogene Zeitschrift der Grünen Liga, Rabe Ralf. Rabe Ralf ist heute eine der interessanten Umweltzeitungen Ostdeutschlands.
Das Milieu Berlins war vielleicht auch eine Voraussetzung zu zahlenmäßig erheblicher neuer Selbstständigkeit. Diese neue Selbstständigkeit ist als eine Variante von "new work" zu verstehen da sie meist aus dem Ehrenamt hervorgeht oder zumindest fast immer mit erheblicher und jahrelanger Unterbezahlung und "Selbstausbeutung" einhergeht. So ist Berlin vielleicht die heimliche Hauptstadt der Bioläden als soziale Bewegung. Im Berliner Umland entstanden nun fast über Nacht Biobetriebe, von denen nicht wenige sich wider aller Unkenrufen heute einen festen Kundenstamm in Ost- wie Westberlin erarbeiten konnten. Harte Umstellungsjahre mit wenig Verdienst, viel Frust und Streit, aber ebenso viel enthusiastischen Helferinnen und Praktikanten von überall her waren schließlich durchgestanden. Eine verbraucherorientierte "Agrarwende" hat gerade in Berlin mit seinen etablierten "Öko-Gängen" auf den Wochenmärkten und seinen über 100 Bioläden und weit über 100 Reformhäusern (neben 60 Food-Coops), Ökokartoffeln aus dem Umland in jeder Berliner Mensa keinen schlechten Start.
Die Nähe von Ökobewegung zu Kunst und Wissenschaft, basierend auf der Bereitschaft zum Ehrenamt aus inhaltlichen Gründen, gehören zusammen, die Übergänge sind fließend. Echte Künstler, engagierte Wissenschaftler, wirklich vom Anliegen ihrer Bürgerinitiativen Überzeugte arbeiten auch dann weiter, wenn es keinerlei finanzielle Honorierung dafür gibt. Um weitermachen zu können, versuchen sie Geld dafür zu bekommen, irgendwelche Sponsoren zu finden oder kurzzeitige Stellen anzunehmen, die für eine Weile weiterhelfen.
Mitunter stellen die Leute aus dem Bereich der "neuen Selbstständigen" eines Tages enttäuscht fest, dass sie eigentlich nicht für die Idee xy gearbeitet haben, sondern vom begabten Projektchef instrumentalisiert wurden. Diese nestwarmen Betriebe, in denen sich alle duzen und keiner erkennbar der Chef ist, finden sich in der neuen PC-Branche vielleicht häufiger als anderswo, daher der negative Begriff von "new work" bei Richard Sennett. Er versteht "new work" als geschickte neue Ausbeutung rund um die Uhr, in nur kurzzeitig überlebenden Firmen, wo eine familiäre Stimmung eine einlullende "Wir sitzen alle in einem Boot"-Atmosphäre herstellt.(11)
Die "New Worker" sind aber vor allem jene Gruppe, die ohne es zu planen einen neuen Umgang mit der alten Erwerbsarbeit betreiben. Mit der notwendigen "Umverteilung der bezahlten Arbeit" sind diese Leute um der Sache willen einverstanden und praktizieren sie vielfach. Diese soziale Gruppe müsste daher sowohl von der Landespolitik als auch von der Gesetzgebung auf Bundesebene unterstützt werden. Derzeit aber wird diese Gruppe, die in Berlin laut WZB-Studien(12) bereits zwischen einem und zwei Dritteln (!) der Erwerbsbevölkerung ausmacht, durch allzu enges Kleben an den Maßgaben des derzeitigen "rechtlichen Rahmens" aktiv verdrängt und unsichtbar gemacht. Die meist wenig verdienenden "neuen Selbstständigen" liegen im Dauerkrieg mit den Krankenkassen, die annehmen, es würden alle von ihnen im Monatsmittel mindestens 2500 DM verdienen können, wovon die Kasse ohne Schaden der Person fast ein Fünftel (19 %) bekommen könne! Die derzeitige rot-grüne Rentenreform tut so, als habe sie von diesen neuen Arbeits- und Einkommensverhältnissen noch nie etwas gehört. Die private Altersfürsorge kann nur derjenige als Ausweg aus der Krise feiern, der fest die Augen davor verschließt, dass die meisten "new worker" in der Regel über Jahrzehnte erheblich weniger und nicht mehr als die alten Selbstständigen verdienen.
Wichtig ist: Diese Gruppen der un- und unterbezahlt Tätigen, der Ehrenamtlichen, die es, wie man heute weiß, wenn sie aus Erwerbslosen bestehen, dank ABM-Regeln et cetera auch immer mal wieder schaffen, ihre Tätigkeit ein Jahr lang bezahlt zu bekommen, sind meistens gut ausgebildet. Die meisten der Menschen, die ehrenamtlich aktiv sind, haben studiert.(13) Das Studium ist jenes "soziale Kapital", das diese Leute für Jahrzehnte mit dem Schwung, den Ideen, der Lust und Verantwortung versieht, für wenig Geld viel zu tun, und das auch noch mit Lust und Vergnügen und im Sinne der Allgemeinheit! Gerade in derartigen gesellschaftlichen Krisen(14), in denen wir heute stecken, kann ein Anwachsen der Kriminalität, der Drogensucht, kann die Verwahrlosung ganzer Stadtteile nur verhindert werden, wenn der Staat die "volunteers" aktiv, und das heißt: auf Dauer, auch finanziell unterstützt. Erste Voraussetzung ist das Bestehenlassen der Einrichtungen für Kultur und Bildung, weil dies in den modernen Demokratien die wesentlichen "Brutstätten" eines anderen Umgangs mit Arbeit sind, sei es Erwerbsarbeit, sei es Haus- und Eigenarbeit oder ehrenamtliche und "freie" und oft nur gelegentliche "new work".
1 Siehe etwa Elisabeth Meyer-Renschhausen, "Umverteilung der bezahlten Arbeit Ein Gespräch mit Peter Grottian", in: Kommune, 1/94, S. 13-15, und viele andere mehr.
2 Wenn Beck neuerdings (wie im "Bayrisch-Sächsischen Zukunftsbericht") das Fördern von "Bürgerarbeit" nur noch empfiehlt, um damit Erwerbslose aus dem Weg zu schaffen, indem sie mit einer "sinnvollen Beschäftigung" versehen werden, greift das jedoch zu kurz vgl. auch: Ulrich Beck (Hg.), Schöne neue Arbeitswelt, Frankfurt a. M./New York: Campus 1999 (fast wortgleich im "Bayrisch-Sächsischen Zukunftsbericht").
3 Ulrich Beck, "Die Seele der Demokratie: bezahlte Bürgerarbeit", in: ders., Was ist Globalisierung?, Frankfurt (Suhrkamp) 1997, S. 416-445.
4 Claus Offe, "Vollbeschäftigung? Zur Kritik einer falsch gestellten Frage", in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 12/94, S. 796-806.
5 Jeanette Schwerin, die 1891 in Berlin die "Gesellschaft für ethische Kultur" gründete, setzte ihre Ideen gleich praktisch um durch das Einrichten einer Kartei, die "Hilfsbereite" (meistens Frauen) in geeignete Projekte vermittelte und Hilfesuchende (ebenfalls zu zwei Drittel Frauen) an geeignete Vereine.<R>Dietlinde Peters, Mütterlichkeit im Kaiserreich Die bürgerliche Frauenbewegung und der soziale Beruf der Frau, Bielefeld, AJZ-Verlag 1984; Elisabeth Meyer-Renschhausen, Artikel "Jeannette Schwerin", in: Lexikon des Sozial- und Gesundheitswesens, Hg. Rudolph Bauer, München, Oldenbourg 1992, 3 Bde, Bd. 3, S. 1702-1703; Elisabeth Meyer-Renschhausen, "Soziologie, soziale Arbeit und Frauenbewegung eine Art Familiengeschichte", in: Feministische Studien 12. Jg. 1/94, S. 18-32; Gabriele Czarnowski/Elisabeth Meyer-Renschhausen, "Geschlechterdualismen in der Wohlfahrtspflege ,Soziale Mütterlichkeit zwischen Professionalisierung und Medikalisierung, in: L Homme, 5. Jg., 2/94, S. 121-140.
6 Statistiken sind angesichts der notwendigen Beweglichkeit und Unerfassbarkeit der Materie eigentlich falsch. Hiernach vgl. Ulrike Schumacher, "Zwischen Ausgrenzung und neuen Potenzialen Die Modernisierung ehrenamtlicher Arbeit und der individuelle Mix von Tätigkeiten am Beispiel des Engagements in Berliner Umweltschutzorganisationen", WZB-Papers P 99-510, Oktober 1999, S. 16 (nach SOWI-BUS III/1996); vgl. auch Eckhard Priller, "Variationen zum Thema ,Ehrenamt Unterschiedliche Perspektiven und Resultate", in: Ernst Kistler u. a. (Hrsg.), Perspektiven gesellschaftlichen Zusammenhalts, Berlin 1999, S. 131-143, 139.
7 Frithjof Bergmann, "Die Neue Arbeit: Skizze mit Vorschlag", in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 9-10/97, S. 524-534. Siehe auch die Beilage der Heinrich Böll Stiftung: "Zukunft der Arbeit (II): ,Bürgerarbeit und ,informeller Sektor", in Kommune, 4/99.
8 Hochschullehrern, die in den Achtzigerjahren ihre Stellen mit erwerbslosen Kolleginnen teilen wollten, wurde das Stellenteilen von den staatlichen Behörden oder von neidischen Kollegen derart erschwert, dass schlussendlich nur etwa 80 Professoren in der gesamten Republik ihre Stellen auch wirklich teilten. Von dem Gehalt, was sie versuchten so an mittellose Kollegen abzutreten, behielt der Staat vielfach 50 % ein. Information von Peter Grottian, Freie Universität Berlin, FB Soziologie und Politische Wissenschaften.
9 Jeremy Rifkin, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, Frankfurt a. M.: Campus 1995; Gerd Mutz, "Zukunft der Arbeit Chancen für eine Tätigkeitsgesellschaft?", in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 48-49/1997, S. 31-40; Gerd Mutz, "Strukturen einer neuen Arbeitsgesellschaft", in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 9/99, 1999, 3-11.
10 Vgl. das Ergebnis der Studie von Ulrike Schumacher, a. a. O.
11 Richard Sennett, Der flexible Mensch Die Kultur des neuen Kapitalismus, 3. Aufl., o. O.: Siedler 2000 (1. deutsche Aufl.: Berlin, Berlin Verlag 1998)
12 WZB Berlin, Reichspietschufer, Berlin-Tiergarten.
13 Vgl. Gabriele Bothin, Regina Wunsch, "Von der Absicht, nicht wieder arbeiten zu wollen", in: Zeitschrift für Frauenforschung, Sonderheft 1, 1998, S. 95-114 sowie Ulrike Schumacher, a. a. O., S. 19 und passim.
14 Vgl. auch Oskar Lafontaine, Christa Müller, Keine Angst vor der Globalisierung Wohlstand und Arbeit für alle, Bonn: Dietz 1998, S. 243 ff.