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Wider die Heilsversprechen
Mit dem Umschwenken der Deutschen Forschungsgemeinschaft scheinen die Tore zur Stammzellenforschung weit geöffnet, und auch Schröders "nationaler Ethikrat" steht nicht im Verdacht, der Bioethik strenge Grenzen zu setzen. Die szientistischen Heilsversprechen kollidieren in ihrer Monokausalität allerdings mit den Erkenntnissen über die Komplexität des menschlichen Organismus und die Interaktionen der sozialen Lebenswelt.
Auf diesem Hintergrund plädiert Martin Altmeyer in der bioethischen Debatte für die "Rückgewinnung von Unverfügbarkeit".
Andreas Brandhorst analysiert die Folgen der Gentechnik für die Versicherungssysteme, während Manuel Kiper vor grünen Überzeichnungen bei der Auseinandersetzung mit dem Patentrecht warnt. – Unser "Thema" wird ergänzt durch eine Bücherschau von Harry Kunz und einzelnen Besprechungen.
Seite 6 bis 22

Die Wiedergeburt des Menschen aus der Petrischale.
Die Rückgewinnung von Unverfügbarkeit ist der Kern der bioethischen Debatte.
Martin Altmeyer
Seite 6

Biopatente und Politik.
Über verfehlte Urteile in der Auseinandersetzung um Biotechnologie und Patentrecht.
Manuel Kiper
Seite 11

Buch:
Grundrecht Gesundheit.
Frank Ufen
Seite 12

Buch:
Ethik und Medizin – ein Reader.
Öztürk Kiran
Seite 14

Leben unter Vorbehalt.
Neues zur Bioethik.
Harry Kunz
Seite 16

Jedem, was er verdient?
Gentechnik und Krankenversicherung.
Andreas Brandhorst
Seite 18

Buch:
Nazimediziner und Folgen.
Jürgen Meier
Seite 20

Ereignisse & Meinungen:
Föderation Schröder.
Balduin Winter
Seite 22

Brief aus Österreich:
Die Union als Patchwork.
Gerhard Fritz
Seite 24

Medien und Herrschaft
Wer die Auseinandersetzung um den Sender NTW in Russland als Rückkehr zu "sowjetischen Verhältnissen" interpretiert, dürfte Erhard Stölting zufolge ziemlich falsch liegen. Stattdessen sollte man die Konturen neuer Machtverhältnisse erkennen, die sich auch in anderen europäischen Staaten zeigten – etwa im Italien eines Berlusconi. – Konturen neuer Machtverhältnisse. Medien und Herrschaft – nicht nur in Russland.
Seite 25

Tschechien:
Die neue samtene Revolution (geht an Havel vorbei).
Jiri Pehe
Seite 26

Glosse:
Heil dir, Gerhardicus Fridericus Rex!
Albrecht von Lucke
Seite 28

Kommentar:
Etwas Neues in Sachen Grüne?
Hans Engels
Seite 30

Niederlande:
Menetekel an der Schulwand.
Frank Eckardt
Seite 31

Am Rand die Mitte.
Litauische Impressionen.
Achim Engelberg
Seite 32

Litauen:
Im Schneckentempo nach Europa?
Jens Becker
Seite 33

Auf dem Weg in die EU?
Malta: Die Bevölkerung des kleinsten Beitragskandidaten ist sich uneins.
Peter Scherrer
Seite 34

Italien:
Richtung "Zwei-Parteien-System"?
Annemarie Nikolaus
Seite 36

Südwest-Boulevard:
Die mäßige Toleranz des Mittelwegs.
Gerd Held
Seite 37

Brief aus Washington (15):
Bobos im Bioladen.
Sascha Müller-Kraenner
Seite 38

Brief aus Indonesien:
Alles nur Theater?
Doris Klein
Seite 40

Der Einzelkämpfer.
Japans erstaunlicher Premierminister.
Siegfried Knittel
Seite 41

Rentenreform:
Paradigmenwechsel mit ungewissen Folgen.
Matthias Sacher
Seite 42

Kommentar:
Wie "demokratisch" ist der Atomkonsens?
Hartwig Berger
Seite 43

Forum 68 ff.:
Generationen und Revolte
Motive, Triebkräfte und produktiver Zerfall der K-Gruppen in den Siebzigern haben auch mit der Generationenfrage zu tun. Christian Semler reagiert in seinem Rückblick auf das "rote Jahrzehnt" implizit und explizit auch auf Gerd Koenens gleichnamiges Buch.
Seite 44

Kirche, Parteien und "Zwei-Blöcke-System"
Die Kirche auf Seiten der Herrschaft einzuordnen, ist für Michael Jäger ein zwar erklärbarer, aber schwerer Denkfehler. Die Angst der Linken, das Kirchenthema zu berühren, führt nur zur Stabilisierung der falschen Gegensätze zwischen den Parteiblöcken, die es aufzulösen gilt. Die Kirche könnte ein Faktor dafür sein. – Die Kirche im Diskurs des Parteiensystems.
Seite 50

Last der Gewalt, Last des Schweigens
Als der israelische Publizist Uri Avnery in Jerusalem über Else Lasker-Schüler sprach, sprach er auch über ein Israel, das sich in der aktuellen Gewalt keiner historischen Schuld gegenüber den Palästinensern bewusst ist. – Israel im Banne des Konfliktes. Else Lasker-Schüler, deutsche Kultur und Palästina
Seite 58
Die Erfahrungen ihrer Eltern mit dem Holocaust hat die australische Autorin Lily Brett in Gedichte, Romane und Essays verwandelt. – Ein Gespräch mit der Autorin
Seite 61

Buch:
Selbstverwirklichung.
Martin Droschke
Seite 59

Über Faulheit, Arbeitslose und Familienförderung.
Lutz Rathenow
Seite 60

Die Last der Vergangenheit und die Last des Erinnerns.
Lily Brett im Gespräch mit Peter Klingebiel
Seite 61

Buch:
Ein Mann zu viel.
Peter Klingebiel
Seite 62

Fotobuch:
Tony Vaccaros Deutschland – 1944 bis 1949.
Helmut Veil
Seite 63

Die Ostlichterkette.
97. Kerze.
Wilhelm Pauli
Seite 65

Auf dem Sprung zu Gott.
Gilbert Keith Chestertons Essayband "Orthodoxie" ist ein Hohelied auf die Religion – und den Common Sense.
Marko Martin
Seite 66

Bücherfenster (I):
Deutscher Krieg und Nachkrieg.
Joscha Schmierer
Seite 68

Bücherfenster (II):
"Kleine Geschichten".
Joscha Schmierer
Seite 69

Untaten & Orten:
Im Himmel und auf Erden.
Jürgen Walla
Seite 70

Film-Schnitte:
Rosetta kämpft.
Marcus Welsch
Seite 71

Sport & Körper:
Gefühle, die nicht zu teilen sind.
Jayin Thomas Gehrmann
Seite 72

Aufgelesene Töne:
Polka Fieber – Ein Tanz erzählt Kolonial-Geschichte.
Christoph Wagner
Seite 73

Editorial
Seite 3

Echo
Seite 74

Bücher
Seite 74

Autorinnen & Autoren
Seite 74
 

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